von Philip Zoubek Solo · 2020 · WhyPlayJazz (WPJ056)
Philip Zoubek (prepared piano)
All compositions by Philip Zoubek. Produced by Philip Zoubek for WhyPlayJazz. Recorded December 2018 by Stefan Deistler at the Loft, Cologne. Mixed and mastered by Stefan Deistler. Design by Markus Dorninger, based on photos by Pablo Giw. No overdubs, headphones recommended. Special thanks to Claudia, Roland Schulz, Markus, the Zoubeks, Hans-Martin und Benedikt Müller.
„Vortex“ könnte man übersetzen als Strudel, der einen hypnotisch anzieht. „Vortex“ heißt Philip Zoubeks zweite Soloplatte nach „Air“ (2014). Versammelte er dort eher Charakterstücke bis hin zu Miniaturen, schlägt er jetzt einen einzigen großen Bogen von gut fünfzig Minuten Spieldauer, den er im Nachhinein behutsam segmentiert hat. Es beginnt mit einem Suchen, dessen Zeuge der Hörer wird, um dann mit dem Gefundenen aufzubrechen in einen ergebnis- und erlebnisreichen Bewusstseinsstrom. Dessen Basis ist die in langer Arbeit erworbene Erfahrung damit, musikalische Ereignisse fern von Routine zum Laufen bringen und steuern zu können. Mit Holzstücken, E-Bows, Gummi, unterschiedlichsten Plastik- und Metallschrauben modulierte Klänge türmen sich mal zu perkussiver Wucht oder aggressiven Glissandi, bremsen dann wieder in flirrende Details oder schwelgerisches Insistieren. Voranschreiten und verblüffende Stopps münden in einen mächtigen Flow.
Allein die Unmittelbarkeit dieser Energie, die verblüffenden Effekte lassen einen unwillkürlich die Replaytaste drücken.
Philip Zoubek ist ein Meister im Umgang mit präparierten Klaviersounds. In seinem aufregenden Trio setzt er außerdem Elektronik ein. Irgendwo zwischen Jazztradition und Neuer Musik bewegen sich seine unverwechselbaren Charakterstücke.